9. Bundeslehrgang
des
VAK e.V. am 16.-18. April 2010
im Sportpark Rabenberg - Breitenbrunn





40 Wagen westwärts - so ein Westernklassiker! Für viele VAK-Mitglieder hieß es ähnlich.... nur eben ostwärts.

Die Erwartungen an diesen Bundeslehrgang waren gemischt - die Resonanz danach überwältigend! Aber beginnen wir von vorne...

Wer mit dem Winter schon abgeschlossen hatte, wurde nach seiner Ankunft auf dem Rabenberg in Sachsen eines Besseren belehrt – am Rande blitzten noch einzelne Schneehaufen hervor und ließen die fast 150 ankommenden Budoka erst einmal erschauern – schnell aber schmolz dieses Gefühl dahin, als die Zimmer bezogen wurden, die man fast schon als exclusiv bezeichnen kann, noch mehr aber, als sich immer mehr Freunde und schnell in die Gemeinschaft aufgenommene „Neue“ einfanden, alles Budoka, die sich auf den Lehrgang mit tollen Referenten freuten.

Die Mehrzahl der Teilnehmer reiste bereits am Freitag an. David Nguyen vom Bushido-Kai stellte sich hier erfolgreich seiner Prüfung zum 1. DAN Jiujitsu (und 3. KYU Judo) vor den Augen der Prüfer Renshi Bernd Bichmann, Renshi Rolf Gerisch, Renshi Thomas Haumüller, Dooshi Beatriz Boche, Tasshi Monika Wiesner, Dooshi Rainer Wardin und Kyoshi Wolfgang Wimmer.


David Nguyen vom Bushido-Kai nach Überreichung der Urkunde zum Shodan Jiujitsu

Als Referenten konnten für diesen Bundeslehrgang gewonnen werden:

  • Hanshi Allan Tattersall, Kyudan (aufgrund Startverbot in England mußte dieser leider absagen)
  • Hanshi Peter Brockers, Kyudan
  • Kyoshi Reiner Brauhardt, Hachidan
  • Kyoshi Rudolf Gabert, Hachidan
  • Kyoshi Wolfgang Wimmer, Shichidan
  • Renshi Thomas Haumüller, Godan
  • Renshi Christian Bajada, Godan (Malta)
  • Renshi Roderick Bajada, Godan (Malta)
  • Sahbum-Nim Amedeo Pastore, 5. DAN
  • Renshi Rolf Gerisch, Godan
  • Renshi Mike Brauer, Godan
  • Renshi Alex Neidhart, Yondan (Schweiz)
  • Renshi Bernd Bichmann, Yondan
  • Sensei Jean-Pierre Artige, Tasshi, Yondan
  • Sensei Günther Engelhard, Tasshi, Sandan
  • Kyosha-Nim Jens Juraschka, 2. DAN
  • Tim Schnabel, 1. DAN

  
Shihan-Dai Christian & Roderick Bajada, Renshi - aus Malta

Leider war Shihan Uwe Widmer verhindert, unseren Freund und Gönner Shihan Allan Tattersall, Hanshi, machte leider der Ascheregen einen Strich durch die „Flug-Rechnung“. Allan und Uwe, wir haben euch vermisst!

Am Samstagmorgen dann begannen die Trainingseinheiten der drei Gruppen, das Harai No Gi, vorgeführt von der Karategruppe des Fitnessstudio Max um Kai-Uke Kunz, eröffnete den 9. Bundeslehrgang mit Taikyoku-Shodan, Monika Wiesner brachte die Teilnehmer mit Musik zum Schwitzen, dann teilten sich die Budoka in ihre Mattenbereiche auf. Dazu gesellte sich eine optionale Waffengruppe im „Tanzsaal“, ganz so harmonisch und rhythmisch dürften sich aber zumindest anfangs die Bewegungen der eifrig mit dem Jo, dem Bo und dem Iaito Trainierenden nicht angesehen haben – aber Übung macht den Meister und alle waren begeistert dabei, allerdings dürfte die Regelung von Peter Brockers und seines Hatamoto Vasilious Georgios („Wer den Bo fallen läßt, macht zehn Liegestütze!“) dazu beigetragen haben.


Kobudo-Bereich

Ob koreanische oder japanische Kampfkünste, ob schlagende, tretende oder werfende Budokunst, die im Duett agierenden Referenten zeigten auf die Gruppen abgestimmte Techniken und Gegentechniken, die Budoka trainierten stark motiviert und mit großem Respekt vor dem Partner selbst ihnen zuerst fremd anmutende Techniken anderer Kampkünste. Selbst nach den vielen Stunden wurde noch so konzentriert gearbeitet, dass sich keine einzige Verletzung ereignete.

Am Samstagabend folgte dann das nächste Highlight, ein großartiges Buffet, welches von kalten Vor- und Hauptspeisen über warme Köstlichkeiten und süßen Nachspeisen alles bot, was der hungrige Budoka verlangte. Rolfs DJ schafften es auch noch rechtzeitig zum Dinner, so dass auch musikalisch der richtige Ton getroffen wurde. Nach dem Abendessen folgten dann die Dankesworte an die sich wie immer kostenlos sich zur Verfügung stellenden Referenten, die Vorstandschaft, vertreten durch Wolfgang Wimmer, Amedeo Pastore und Thomas Haumüller, überreichte lasergravierte Glaswürfel. Im Anschluss daran wurden anwesende Jubilare geehrt – für 50 Jahre Budo Peter Brockers und Jean-Pierre Artige (beide erhielten ein speziell für sie gefertigtes Aquarell mit dem Motiv des Butokuden), für 35 Jahre Heinz Perzl, Amedeo Pastore und Günther Engelhard (sie nennen ein graviertes Schreibset ihr Eigen), andere wurden mit den verschiedenen Ehrennadeln des VaK ausgezeichnet.


Shihan Brockers erhält ein außergewöhnliches Präsent zu seinem 50jährigem Budojubiläum

Ein besonderer Höhepunkt war ein von unserem Freund Patrick Dimayuga an Wolfgang übersandter Brief, in welchem er die Jubilare des Vak mit wunderschönen Worten ehrt. Als weiterer Höhepunkt folgte die Ernennung von Rainer Wardin zum "Tasshi", die Ehrung des Dojo "Seishin Shintai Kyokai Kampfkunstdojo Stade e.V.", unter der Leitung von Tasshi Norman Goly als "beim Bundeslehrgang prozentual stärkstes vertretenen Dojo", die Graduierung zum 3. Dan Kickboxen von Karsten Krüger, welcher zuvor schon als Vertreter des mitgliederstärksten Dojang ausgezeichnet worden war, sowie die Erhöhung von Jean-Pierre Artige durch Kyoshi Patrick Dimayuga zum 4. Dan Aikido und Rudolf Gabert zum 6. DAN Karate-Do.


Rudolf Gabert erhält die Ernennung zum Rokudan (6. DAN) Karate-Do


Alexander Neidhart, Renshi, offizieller Vertreter des DNBK in der Schweiz (oben), sowie die Brüder Christian & Roderick Bajada, Renshi, offizielle Vertreter DNBK in Malta (unten) erhalten als Dank für die Referententätigkeit eine Samuraifigur

Thomas Haumüller (re.) überreicht Reiner Brauhardt ein Geschenk, als Dank für seine Referententätigkeit

Mike Brauer erhält eine Ehrung betreffend seinem Budojubiläum

...ebenso wie Rolf Gerisch...

Danach wurden die Ehrungen betreffend Dai Nippon Butoku Kai vorgenommen. Zusammen mit den offiziellen Repräsentanten Renshi Alex Neidhart (Schweiz) und Renshi Christian & Roderick Bajada (Malta) überreichte der deutsche Repräsentant, Shihan Wimmer, im Namen seiner Exzellenz, Prinz Higashi Fushimi und mit der durch Hanshi Hamada, Vizepräsident und Vorstand der Internationalen Abteilung, an Dirk Kontor dessen Aufnahmeurkunde innerhalb des DNBK, sowie an nachfolgende, beim Bundeslehrgang anwesende, deren Graduierungsanerkennungen:

und, als KrönungDaneben wurde einem DNBK Mitglied der Malta Branch seine Anerkennungen im Jiujitsu und Iaido, sowie Titelverleihung überreicht.


mit ordentlich Spaß und Elan ging es am Sonntag weiter....

Bis in die frühen Morgenstunden wurden die Ereignisse gefeiert, Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und auch bereits wegweisende Entscheidungen (wie z.b. erste Vorgespräche betreffend Bundeslehrgang 2011 in Mösbach!) getroffen.

Für manche viel zu früh fand der Lehrgang am Sonntagmorgen um 9:30 Uhr mit Karate-Do, Hapkido und sehr dynamisches Jiu-Jitsu durch die Brüder Bajada in der Schwarzgurtgruppe seinen Fortgang, drei weitere Trainingseinheiten heiß es zu überstehen und alle gaben bis zum (nicht bitteren) Ende alles, so dass mit dem Ende die Referenten den Teilnehmern ihren Respekt zollten für ihr starkes, ganz im Geist des Bushido stehenden Eifers.

Das Osame No Gi beendete diesen wirklich rundherum gelungenen und perfekt organisierten Bundeslehrgang im Sportpark Rabenberg, der Dank aller Budoka gilt dem Ausrichter Rolf Gerisch mit all seinen Helfern und Unterstützern.


Die Gruppe des Bushido-Kai mit den Freunden aus der Schweiz um Renshi Neidhart (Bild oben) und den neu gewonnenen Freunden aus Malta (Bild unten)


Das Dinner ließ keine Wünsche offen!
Text: Thomas Haumüller/Wolfgang Wimmer; Bilder: Norman Goly/Wolfgang Wimmer
 

Eindrücke eines Teilnehmers:

Ich fand den 09. Bundeslehrgang vom 15.04. und 18.04. 2010 sehr interessant, da es eine neue Erfahrung war. Zuerst war ich total aufgeregt, doch da alle sehr freundlich zu mir waren, legte es sich schnell wieder. Es hat mich auch beruhigt, das der Lehrgang dann doch nicht so ernst war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich meine jetzt nicht, dass niemand diesen Lehrgang ernst nahm,sondern ganz im Gegenteil. Während des ganzen Wochenendes herrschte eine ziemlich lockere Atmosphäre, die nur während der Eröffnung, der Begrüßung, sowie dem Abgruss, während dem Abschluss und kurze Zeit auch beim Dinner etwas straffer gezogen wurde. Es spielte keine Rolle, wie alt man war, irgendwie waren alle gleich.

Ich habe viele neue Leute kennen gelernt und habe auch faszinierende Einblicke in mir bisher unbekannte Kampfsportarten genießen können, wobei ich erst jetzt sah, was es dort für Unterschiede gab. Natürlich hatte ich schon vorher von diesen Unterschieden gehört, konnte es mir jedoch nicht so richtig vorstellen und bekanntlich ist ja auch das Praktische besser, als die Theorie. Mir machte es auch viel Spaß, mal neue Techniken von anderen Leuten gezeigt zu bekommen und natürlich auch mit neuen Leuten diese Techniken zu üben.So war es für mich auch neu, Jiu Jitsu und auch teilweise Taekwondo auf Englisch erklärt zu bekommen. Vorher war dies der einzigste Punkt, der mir nicht so sehr gefiel, da ich erst seit ungefähr 4 Jahren Englisch hatte und meinte, diese Erfahrung würde nicht reichen, doch ich irrte mich. Ab 8nd zu wurde das gesprochene mal mit Gesten unterstützt und einmal ein Dolmetscher gesucht, da sonst niemand aus der Gruppe wusste, was gemeint war. Außerdem stand ich ja mit meinen fehlenden Englischkenntnissen nicht alleine da und kam eigentlich auch gut weg. Wir übersetzten es füreinander und einmal übersetzte auch ich.

Bei diesem Lehrgang habe ich also nicht nur für mich neue Kampfsportarten und Techniken gesehen, sondern konnte auch mal mein Englisch aktiv anwenden. Doch nicht nur die Seminare waren toll.Auch das Dinner war für mich einen neue Erfahrung und besonders die Eisfigur sprach mich an, da ich noch nie vor einer stand. Schließlich kommt man als normaler Teenager eigentlich nicht zu solchen Festlichkeiten, wo Eisfiguren aufgestellt sind. Es war alles total toll aufgebaut und konnte sehen, dass sich ein paar Leute damit sehr viel Mühe gegeben haben.

Ich finde, der Lehrgang war ein toller Erfolg Es gab dafür ja auch gute Voraussetzungen, so wurde zum Beispiel der Sportpark Rabenberg sehr gut ausgesucht. Es gab dort viele Möglichkeiten, sich morgens und abends zu beschäftigen. Mir hat dieses Wochenende sehr gut gefallen und ich habe auf jeden Fall vor, beim nächsten Lehrgang wieder dabei zu sein.

Lisa Schönwald, Budoclub "Die Orcas" Epfenbach e.V.



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