A visit at Idokan Australia
Mai 2010



Die Pfingstferien wurden von Inge und Rudi genutzt, um endlich - nach über 10 Jahren - einen Gegenbesuch bei den australischen Freunden zu machen. Es gab bereits vor einigen Jahren diverse Anläufe, aber leider sollte es wohl nicht früher sein.

Der lange Flug wurde durch einen Zwischenstopp in Singapur unterbrochen und man machte sich sogleich daran, die Stadt zu erkunden. Der größte Eindruck war die Kombination von alten Häusern und den modernsten Gebäuden der Millionenmetropole. Ein Besuch des ältesten chinesischen Tempels durfte natürlich nicht fehlen.

Am Flughafen in Melbourne wurden wir von Wendy und Ramon, Leanne und Kevin aufs herzlichste begrüßt. Nach dem ersten australischen Kaffee (stark und lecker) fuhren wir durch die City von Melbourne. Es war gar nicht so viel Zeit, bis am Nachmittag die erste Trainingseinheit in Wendys Dojo in Warrendyte begann. Im Gegensatz zum Nachmittag, der geprägt war von starken Müdigkeitseinbrüchen, wurden wir gegen Abend immer munterer. So war es kein Problem, dem Training zu folgen und Rudi gab seinen ersten Unterricht in einem australischen Idokan Dojo. In allen Einheiten zeigten sich die Budokas von den Kindern über die Teenager zu den Erwachsenen sehr eifrig und konzentriert.

Nach einer kurzen Nacht wurde der große Markt in Melbourne unsicher gemacht und das erste Shopping stand auf dem Plan. Hier gibt es einfach fast alles: Lebensmittel, Kleidung, Technik, Kunst und natürlich reichlich unterschiedliches gutes Essen.
Am Abend war das erste Training in Craigieburne in Kevins Dojo angesetzt, auch hier wurde mit großer Disziplin und Einsatz geübt und mit Leidenschaft unterrichtet. Rudi hatte Gelegenheit, die Danträger bei ihrem Unterricht zu sehen und konnte sich ein Bild vom Stil der Einzelnen machen. Natürlich kam er auch hier dem Wunsch nach, einen Teil der Stunde zu übernehmen und sein Ido und Jiu-Jitsu zu zeigen.

Wie geplant, nutzten wir auch viel Zeit für Gespräche, Erinnerungen und eine Vertiefung der freundschaftlichen Bande zu unseren australischen Freunden. Daneben konnte sich Rudi ein sehr gutes Bild von der jeweiligen Arbeit in den Idokan Dojos und einen besseren Überblick über Idokan Australia machen. Eine Besichtigung des großen Sportzentrums, in welchem das im November angekündigte „Fight for Life“ - Seminar stattfinden wird, stand auch auf dem Programm. Ein fantastischer Platz und ein großartiger Rahmen für dieses außergewöhnliche Event, es werden ca. 30 Referenten und über 600 Teilnehmer erwartet.
Bis zum Wochenende waren die weiteren Tage geprägt von Ausflügen tagsüber und den Trainingseinheiten abends in den unterschiedlichen Schulen.

Am Samstag wurde schon ab 11.00 Uhr in Boxhill, dem Dojo von Phil und Mark trainiert. Während für die Schüler der Unterricht auf einer Matte weiterlief, begann für die höheren Grade auf einer anderen Matte die technische Leistungsprüfung. Es sollten natürlich viele australische Idokan-Mitglieder die Möglichkeit bekommen, von Rudi als dem Technischen Direktor von Idokan graduiert zu werden. Obwohl einige Nervosität bemerkbar war, zeigten alle Anwärter ausgezeichnete Leistungen und auch konditionell wurde ihnen einiges abverlangt, was ebenfalls mit Bravour gemeistert wurde. Ergebnisse wurde an diesem Tag noch keine verkündet, dies sollte erst in der nächsten Woche nach dem letzten Training stattfinden.
Am Sonntag stand dann ein Kampfkunst-Seminar in Melbourne auf dem Programm – mit Jiu-Jitsu, Karate, Bo und Iaido Einheiten. Zu Beginn führten Kevin und Kurt eine Jiu-Jitsu Kata vor, Rudi zeigte die Kata „Tai te tao“ aus dem Zendo Ryu Karate Do. Danach wurden die rund 70 Teilnehmer in Graduierungsstufen unterteilt und somit wurden immer 3 Gruppen gleichzeitig unterrichtet. Besonders auffällig war die große Teilnehmerzahl von hohen Danträgern aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen und Verbänden. Rudi unterrichtet einen Querschnitt durch das Selbstverteigungsprogramm des Shindo-Jiujitsu. Die Teilnehmer zeigten sich sehr angetan von den Techniken und auch nach dem Ende der Einheiten musste Rudi auf weitere Details des Gezeigten eingehen. Obwohl es ein sehr langer Tag wurde, waren alle Kampfkünstler mit großem Einsatz und nicht nachlassender Aufmerksamkeit dabei. Am Ende des Seminars gab es Demonstrationen von Kevin und Leanne im Jodo und Darren zeigte eine blitzschnelle Bo Kata. Die Referenten erhielten von Kevin jeweils eine japanische Kalligraphie mit einem Punkt der ehrvollen Tugenden der Samurai und die Teilnehmer bedankten sich mit einem riesigen Applaus. Der Tag endete in fröhlicher Runde in einer ausgezeichneten Pizzeria.
Ein privates Highlite der letzten Woche war noch der Besuch eines Naturparks, in dem man die Möglichkeit hatte, die australischen Tiere ganz nah zu beobachten. Selbst die sehr faulen Koalas kamen bei der Fütterung in Bewegung und eine gigantische Flugshow der Greifvögel rundete den Besuch ab.

Am letzten Abend wurde noch einmal im Dojo von Wendy trainiert und Rudi zeigte eine Ido Kata mit Hebeln und Würfen, die von den Budokas eifrig geübt wurde. Danach wurde es förmlich, Rudi sprach über seinen gewonnen Eindruck der Dojos, Schüler und Danträger und gratulierte Kevin und seinem Lehrerteam zu ihrer ausgezeichneten Arbeit. Darauf folgte für die angetretenen Idokan Australia Mitglieder die Graduierung und Einstufung ins Ido. Den höchsten Grad erhielt Shihan Kevin Walsh, der zum 7. Dan erhöht wurde. Eine besondere Auszeichnung bekam Sensei Wendy Carroll für ihre unermüdliche Arbeit im Idokan, sie wurde mit der höchsten Auszeichnung geehrt, die Idokan zu vergeben hat: dem Fujijama-Ritterorden. Die Geehrte konnte es kaum fassen und war sehr gerührt von dieser hohen Auszeichnung. Zum Abschluss ergriff der Präsident von Idokan Australia Kevin Walsh das Wort und bedankte sich für die gelebte Unterstützung, Freundschaft und Verbundenheit bei Rudi und seiner Frau Inge.

Rudi erhielt zum Dank eine japanische Kalligraphie und Inge bekam eine Silberbrosche, die dem australischen Eukalyptus nachgebildet war. Danach fand eine Abschlussparty statt, bei der noch viel über das Erlebte, Erlernte und vor allem über Budo gesprochen wurde. Rudi verabschiedete sich mit den Worten: zu Freunden gekommen und von einer großen Familie Abschied genommen.

Auf ein Wiedersehen zum Fight of Life Seminar im November 2010!

 

Text & Bilder: Rudolf Gabert

Beitrag auf myheimat.de

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