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Seit dieser Zeit wurde das Butokuden das Zentrum für die Ausbildung in der
Kriegskunst während der gesamten Geschichte Japans.
Seit dem Ende des 9. Jahrhunderts begann der Aufstieg der Krieger mit
militärischem / kriegerischem Geschick die Geschicke der japanischen
Geschichte zu dominieren. Sie wurden Bushi und/oder Samurai
genannt und waren eine Klasse von Männern, die dem Adel dienten. Sie
übten sich in Tachiuchi (Schwertkampf), Sojutsu (Speerkampf),
Naginatajutsu (Hellebardenkampf), Kyuba no Michi (der Weg eines
Reiters mit Pfeil und Bogen) und anderen verwandten Kampfkunstarten des Krieges.
Im Feudaljapan vom späten 14. Jahrhundert bis Anfang des 19. Jahrhundert
entwickelten sie komplexe Formen der Gefechtsführung mit Waffen,
Rüstungen und verschiedenen Kriegsinstrumenten. Viele Ryuha Bujutsu
(Kampfschulen die auf verschiedenen Systemen basieren) entwickelten ihre
einzigartigen Gefechtsstrategien, Methoden, Theorien und Anwendung. Kämpfende
Samurai als regierende Adelige setzten ihr Leben auf das Entwickeln solcher
ehrfürchtiger Kampffähigkeiten und des Kults der militärischen
Leistung ein.
Verschiedene entwickelte Heiho- (Kampfstrategien) Systeme wurden
während der Kriege vom 15.-17. Jahrhundert in Japan entwickelt. In der
entscheidenden Schlacht von Sekigahara um 1600 zerstörte der Clan
Tokugawa die verbündeten Truppen Toyotomi und stellte im
Anschluss die leistungsfähige, militärische Führung durch sein
Shogunat, die Bakufu genannt wurde, in Edo (heutiges Tokyo) her.
Unter dem Regime der Bakufu behielten die japanischen Kampfkategorien ihre große
traditionelle Ordnung für die folgenden 200 Jahre bei. Wir wissen, dass die
Bushi (Kriegerkaste, oft genannt Samurai) nicht nur Meister der sozialen Elite
für ihre militärische Geschicke waren, sondern auch die beispielhafte
Führungsmoral verkörperten, durch Leben unter dem Ehrenkodex des
Bushido, an dem sie unaufhörlich hafteten. Die Grundsätze des
Bushido (Weg des Kriegers) verlangen vollkommenen Gehorsam gegenüber dem
Verhaltenskodex und des Lebensweges, basierend auf den Tugenden der Ehre,
Loyalität, Courage, Pflicht, schuldige Frömmigkeit, Opferbereitschaft,
Integrität, Disziplin, Mitgefühl und unvergleichlichem Kampfgeist.
Mit diesem gedanklichen Hintergrund hat der Bushi (Kämpfer) den Weg
des Schwertes und andere verwandte militärische Disziplinen geschärft.
Während der Tokugawa Periode bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts waren die
abwechslungsreich gestalteten Kampfkunstschulen dahingehend entwickelt worden,
ihre Vormachtstellung in den militärischen Fähigkeiten zu erklimmen.
Als der Tokugawa Keiki, der letzte Shogun, seiner politischen Macht
zum Imperialen Thron in der Meiji Restauration von 1867 abgedankt hatte und
sein Amt an den kaiserlichen Thron zurückgab, begann Japan mit der neu
gegründeten Nation den Anschluß an den Westen zu erreichen und sich zu einer
anerkannten Position von militärischer und politischer Macht in der
Internationalen Vereinigung zu entwickeln. In der stürmischen geschichtlichen
Zeit wurden die traditionellen Kampfkulturen und seine philosophischen Lehrsätze
zu einem bedeutendem Instrument der nationalen Ideologie.
1895 wurde die Dai Nippon Butoku Kai (Große japanische Kampftugend
Vereinigung), deren Grundtugenden Respekt, Hingabe, Dankbarkeit, Integrität
und Ehre waren, vom Ausbildungsministerium unter Aufsicht des Meiji Kaisers
beauftragt, die verschiedenen RYU (Stile) des japanischen Bujutsu (Sammelbegriff
für alle Kampfkünste der Samurai) zu festigen, fördern,
kontrollieren, zu standardisieren und unter einem Dach zu vereinen. Ein hierzu
gebildetes Komitee gab die offiziellen Rangbescheinigungen der Kampfkunstmeister
(Budo menjo) und die Lehrerlizenzen (Shihan menjo) aus und bestätigte diese.
RYU, die sich dem Butoku Kai nicht angeschlossen hatten, standen danach außerhalb
des offiziellen Rahmens.
Prinz Kuniyoshi Kuni no Miya, General der königlichen Armee stellte sich
als der erste, oberste Vorstand dem Dai Nippon Butoku Kai zur Verfügung.
Folglich wurde die DNBK das höchst anerkannte Hauptquartier, ausgestattet mit
den national führenden Kampfkünstlern in allen Disziplinen und
entwickelte sich zu einem Zentrum für Training, Forschung, Lizensierung und
Veröffentlichungen im Kampfkunstbereich.
1899 wurde der Butokuden noch einmal umgebaut um Platz für den alten Ruhm und
Status zu werden und um Platz für jeden Kampfkünstler zu bieten.
1911 wurde die Bujutsu Senmon Gakko (professionelle Schule der
Kampfkünste), später Busen (Militärische Hochschule)
innerhalb der Dai Nippon Butoku Kai hergestellt, um Beglaubigungen,
Bescheinigungen auszustellen und professionelles Training aller Kampfkunstdisziplinen in Japan
auszuüben. Dort unterrichteten einige der größten Kampfkunstlehrer des
Jahrhunderts. Die Studenten lernten Kampfkunst und Philosophie, militärische
Strategie und damit verbundene Fächer in einem Zweijahres- und einem
Vierjahresprogramm. Die Absolventen dieser Elitegemeinschaft wurden zu den besten
und höchstangesehenen Kampfkunstexperten ihrer Zeit gerechnet. In dieser Zeit
überwachte der mächtige Butoku Kai fast das gesamte Kampfkunstgeschehen
in Japan. Er gründete auch die ersten Unterscheidungen betreffend er Titel
(Hanshi, Kyoshi und Renshi) für moderne Kampfkunstmeister, die in ihren Stilen
Herausragendes leisteten.
In den 30iger Jahren wurde der Titel des Renshi vom DNBK z.B. verliehen an Funakoshi, Miyagi, Konishi, Otsuka und
Mabuni, später, in den 40igern an Higa Seiko, Yamaguchi Gogen, Nagamine
Shoshin, Yagi Meitoku und Sakagami Ryu Sho, um nur ein paar zu nennen.
Bis 1930 konnte die Dai Nippon Butoku Kai mehr als 2 ½ Millionen Schwarzgurte
und mehr als zweihundertfünfzehntausend Hochrangige Experten, registriert in
den acht Haupt-Kampfkunstdisziplinen, vorweisen. Nach Beendigung des
2. Weltkrieges in Japan wurde die Dai Nippon Butoku Kai 1945 von den Alliierten
verboten, die DNBK löste ihre Organisation daraufhin freiwillig auf. 1946
durfte im Bereich des Erziehungsministeriums das Budo im kleinen Maß wieder
betrieben werden. Daraufhin beantragte der aufgelöste Butoku Kai, eine
private Organisation gründen zu dürfen. Anfänglich wurde dies
gestattet, jedoch kurz darauf auch wieder widerrufen. Nach den
Friedensverhandlungen in San Francisco 1952 erhielt Japan wieder seine
Souveränität.
Der Butokuden, der in der Folgezeit von der Kyoter Polizei genutzt wurde, wurde
1970 zum Nationaldenkmal erklärt. 1953 wurde die Butoku Kai unter schwierigen
Bedingungen, mit Hanshi Kumao Ono als Vorsitzenden, wieder gegründet
um sie wieder zu einer lebensfähigen Macht im Budo zu machen. Seine
Exzellenz, Jigo Higashi Fushimi, der höchste Abt des Shorenin Tempels
in Kyoto und ein Bruder der Kaiserin des Kaisers Hirohito, wurde zum
Vorstand dieser neuen Vereinigung gewählt.
Die neue Maxime der DNBK ist die Bewahrung der klassischen Kampfkunsttraditionen
und die Betonung auf das Zurückgeben des Erbes, Vermächtnisses
und Tugenden der Kampfkulturen und die Förderung der Erziehung und sozialer
Dienst durch Kampfkunsttraining. Jede japanische Butoku Sai (Kampfkunst-Festival)
wird jedes Jahr in Kyoto, beim Butoku Den, am 29. April, dem Geburtstag des
Kaisers, abgehalten, an welchem alljährlich Hunderte von offiziellen
Mitgliedern teilnehmen.
1965 stellte Tesshin Hamada die Traditionen der DNBK an der Ostküste der USA
vor. 1972 wurde, mit Unterstützung des späteren Hanshi Kumao Ono und des
Honbu, die erste amtliche Abteilung außerhalb Japans in den USA – Virginia und der
Ostküste hergestellt und sie stellten außerdem anschließend die USA-Abteilung
der DNBK unter Hanshi Hamada, nachdem sich die USA erfolgreich an der historischen
japanischen Butoku Sai in Kyoto beteiligt hatte. 1992 stellten sie offiziell
die internationale Abteilung unter die Führung von Hanshi Tesshin Hamada, als
Überblick über alle internationalen Mitglieder und zur Verbreitung des Geistes
des Butoku Kai in der internationalen Vereinigung.
- 1994 wurde das erste
offizielle internationale Kampfkunsttraining in London (Großbritannien)
abgehalten.
- 1992 wurde die erste amerikanische Butoku Sai in der Old Dominion Universität,
in Norfold, Virginia, abgehalten und 20 Hanshi aus Japan sowie die Elite der
Kampfkunstleiter des Honbu nahmen an dieser herausragenden Demonstration teil.
- 1998 wurde die noch nie da gewesene Erste Welt Butoku Sai in der Old
Dominion Universität mit über 250 Schwarzgurten aus 10 Ländern,
abgehalten. Seine Exzellenz, Jigo Higashi Fushimi, Kousar des Kaisers Akihito
führte die Honbu Delegation, bestehend aus 22 Mitgliedern, an. Die offiziellen
Teilnehmer führten die Disziplinen Kendo, Jiujutsu, Naginata, Jojutsu, Iaido,
Sojutsu, Aikido, Karatedo und Kobudojutsu vor. Die ganze Zeremonie wurde
durchgeführt in einem würdevollen traditionellen Format mit der
Integrität und Ehre der führenden Kampfkunstvereinigung.
- 2001: die erste englische Butoku Sai in Manchester
- 2000 - 2001 förderte die Internationale Abteilung des DNBK die erste kanadische
Butoku Sai in Burlington, im Mittleren Westen der USA, Kalifornien und vielen weiteren jährlichen Seminaren
zur Förderung des Geistes des DNBK
- 2002 wurde die 2. Welt-Butoku Sai im Kyoter Butokuden abgehalten - zugleich
die 40 gesamtjapanische Butoku Sai und das 30jährige Jubiläum der amerikanischen DNBK Division, sowie
10jährigen Jubiläum der Internationalen Abteilung.
- 2003 fand das Rensei Taikai in Deutschland
statt, Hunderte von Teilnehmern reisten nach Magdeburg und gaben Vorführungen in den unterschiedlichen Bereichen
des Budo.
- 2004 wurde in Nordolk/Virginia an der Old Dominion University, die "All America Butoku
Sai" abgehalten. Dies
war das bis dahin größte Kampfkunstevent mit über 500 Teilnehmern
- 2005 folgte ein Rensei Taikai in Portugal
im
Tenchi Dojo in Sintra und ein Budoseminar in Madrid/Spanien
- 2006 ein weiteres Budoseminar in Chartres/Frankreich
und danach die erste belgische Butoku Sai in Brüssel. Hierzu sandte König Albert II die
Begrüßungsworte.
Derzeit ist Hanshi Masakatsu Tsujino als Präsident des Hanshi Board des DNBK Honbu in Kyoto bestellt;
Hanshi Manabu Adachi und Hanshi Takeyuki führen die administrativen Operationen der
Organisierung zusammen mit den zwei Vizepräsidenten und Leitern des Hanshi Boards,
Hanshi Takeo Nakada und Hanshi Tekemitsu Kuwahara.
In der Internationalen Abteilung, mit Stand im Jahr 2006, gibt es offizielle
Repräsentanten in Kanada, Großbritannien, Italien, Belgien, Portugal, Israel, Ungarn,
Russland,
Deutschland, Spanien, Malta, Frankreich, Rumänien, Slowakei, Schweiz, Armenien, Chile, Kalifornien, Hawaii,
Mittlerer Westen der USA, zusammen
mit über 2000 registrierten Yudansha (1.-4. DAN) in
zweiundzwanzig Nationen, wobei die DNBK zukünftig beabsichtigt, sich weiter zu
entwickeln und weitere Repräsentanten weltweit zu fördern. Die
Vereinigung zielt nicht nur darauf ab, die klassischen Traditionen und das Erbe
der japanischen Kampfkünste zu erhalten, sondern auch größere
internationale Verständigung zu pflegen und durch Kampfkunsttraining
und Ausbildung den Weltfrieden zu erhalten.
1153 ordnete Kaiser Toba den Bau eines kaiserlichen Palastes, genannt Shorenin an. Später wurde daraus der
berühmte Tempel der Tendai Buddhisten und der dort residierende Oberpriester wurde traditionell aus der
kaiserlichen Familie ausgewählt. Heute ist seine Exzellenz, Higashi Fushimi, Jigo der Oberpriester des
Tempels und sein Sohn, Higashi Fushimi, Jiko dient als Shinmon. Das administrative Büro des DNBK ist innerhalb
dieses Tempelkomplexes angesiedelt.
Quellen: Offizielle Unterlagen der Dai Nippon Butoku Kai.
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