1. Bundeslehrgang
des VaK e.V.
am 08./09.06.2002
in Saal a.d.D.





Die Teilnehmer an diesem 1. Bundeslehrgang


Letztes Wochenende fand in Saal der Bundeslehrgang 2002 des VaK ( Verband asiatischer Kampfkünste) statt, zu dem SV-Vorsitzender und Vizepräsident des VaK, Thomas Haumüller, 124 Gäste aus dem In- und Ausland begrüßen konnte.

Wolfgang Wimmer, 5.DAN Renshi, begrüßte die angereisten Budoka herzlich zu diesem Ereignis und stellte die Referenten vor: Rudolf Gabert, 6.DAN Ido sowie Jiu-Jitsu und Karate, Reiner Brauhardt, 6.DAN Aikido und 2. DAN Iaido, Uwe Widmer, 5.DAN Kyokushinkai-Karate, Peter Ruhnau, 5.DAN Jiu-Jitsu und Hanbo-Jitsu, Dietmar Schmidt, 5.DAN Zen-Do-Karate sowie Ido und Judo-Do, Amedeo Pastore, 3.DAN Taekwondo, sowie Wolfgang Wimmer (5. DAN Jiu-Jitsu, Aiki-Jitsu etc.) selbst, der auch als Repräsentant der Dai Nippon Butoku Kai für Deutschland fungiert. Der Lehrgang begann am Freitag mit vier Dan-Prüfungen aus den Bereichen Karate und Jiu-Jitsu, bei welchen auch Martina Haumüller aus Saal den 2.DAN Karate-Do bestand.

Am Samstagmorgen pünktlich um zehn Uhr teilten sich die Teilnehmer in drei Leistungsgruppen um zeitgleich von jeweils drei Referenten in die jeweilige Budokunst eingeweiht zu werden.

Wolfgang Wimmer unterrichtete Jiu-Jitsu, die weiche Kunst, die aus dem japanischen Yawara entstanden ist, und zeigte den Teilnehmern Abwehren gegen Angriffe aus allen Bereichen sowie Verknüpfungstechniken, die manchen Teilnehmer an die Grenze seiner Konzentrations­fähigkeiten führten. In seiner ruhigen und sicheren Art zeigte er aber die Techniken so oft vor, bis alle Budoka diese beherrschten.

   

Peter Ruhnau unterrichtete derweil die Kunst Hanbo-Jitsu, die Verteidigung mittels eines ca. einen Meter langen Stockes, welcher als Verlängerung der Arme dient und in äußerst wirksamer Weise für Stich-, Hebel- und Wurftechniken eingesetzt werden kann, was einigen Teilnehmern schon bei den ersten Verteidigungsserien schmerzlich bewusst wurde. Peter verstand es, alle Leistungsgruppen methodisch und didaktisch fundiert in diese Kunst einzuführen und sie dafür zu begeistern.

Im Mittelteil der Halle unterrichtete Uwe Widmer Kyokushinkai-Karate, welches normalerweise im Vollkontakt betrieben wird, was Uwe mit seinen Mannen auch eindrucksvoll unter Beweis stellte, dies aber nicht von den Trainierenden einforderte. Er übte Angriffs- und Verteidigungsserien mit typischen Karatetechniken aus diesem Stil und gab in jeder Gruppe eine Einführung in die Formen dieser Karate-Richtung, was die Teilnehmer begeisterte, da alle Karateka aus unterschiedlichen Karatesystemen stammten.

Die nächsten drei Trainingseinheiten übernahm in einer Halle der Taekwondo-Meister Amedeo Pastore, welcher mit vielen und schnellen Fußtechniken die Übenden zum Schwitzen und zu einer nie geahnten Dynamik brachte. Mit Zielübungen an Handpratzen und Kissen und viel Lob wie auch Humor schaffte es Amedeo auch bei älteren Teilnehmern, dass diese nach kurzer Zeit treten konnten wie professionelle Taekwondokas.

Auch Reiner Brauhardt lehrte mit Geduld die sehr harmonische Kunst des Tendo-Ryu-Aikido, welches mit Spiral- und Zentrifugalbewegungen die Energie des Angreifenden gegen ihn selbst wendet, um ihm so die Nutzlosigkeit seiner Aggression zu vermitteln. Dabei ging Reiner immer wieder auf die schulmäßige Ausführung der Techniken ein und demonstrierte dann die Effektivität dieser Harmonielehre in Selbstverteidigungssituationen.

Im dritten Teil der Halle wurde es dann gefährlich, weil zum Teil echte Samuraischwerter zum Einsatz kamen. Im Iaido, welches Wolfgang Wimmer unterrichtete, kommt es darauf an, beim Ziehen des Schwertes körperlich und geistig in Harmonie zu sein, um so dem Angreifer zuvorzukommen. Diese sehr ruhige und auf den Ausführenden fixierte Kunst wird ohne Partner geübt, der Iaidoka steht im Mittelpunkt seines Übens, er muss mit sich selbst in Einklang kommen. Wolfgang zeigte durch ein immer tieferes Eindringen in die korrekte Technik, wie schwer und doch auch faszinierend diese alte Kunst ist.

Am Abend dieses schweißtreibenden Tages luden die Budoka des SV Saal in ihr Dojo zum italienischen Abend ein, bei welchem die von der Anstrengung des Tages hungrigen Gäste diesen an einem Buffett mit italienischen Nudelgerichten, mit verschiedenen Pizzasorten, mit Salaten und Gemüse und natürlich mit italienischem Wein stillen konnten und diese Gelegenheit auch nutzten um miteinander zu feiern – und dies bis knapp nach ein Uhr! Trotzdem standen am Sonntag alle wieder fleißig auf der Matte, um von Martina Haumüller mit einer Karate-Aerobic-Aufwärmgymnastik für den Tag fit gemacht zu werden, wobei der eine oder andere doch die lange Nacht spürte und so schon nach diesem Warm-up genug gehabt hätte.

Dietmar Schmidt gab dann eine Einführung ins Zendo-Karate-Do. Er reduzierte die Zahl der Techniken und konzentrierte sich dafür auf den korrekten Technikablauf im Zusammenhang mit der richtigen Atmung. Dabei erläuterte er immer wieder geschichtliche und philosophische Aspekte des Karate, vertiefte so das Verständnis für diese Zusammenhänge in der Kunst der „leeren Hand“.

Ido wurde von Rudi Gabert gezeigt und mit den Teilnehmern geübt. Mit seinem Partner Stephan Posset, Vorsitzender des Idokan Europa e.V., zeigte er die Absicht dieser Kunst der perpetuellen Bewegung, welche darauf aufbaut, dass Angreifer und Abwehrender miteinander kämpfen, nicht gegeneinander – eine große Herausforderung auch und vor allem an den Geist der Trainingspartner, die so die Wichtigkeit des Partners zu schätzen lernen.

Gegen fünfzehn Uhr beendete Thomas Haumüller den ersten Bundeslehrgang des VaK und überreichte als kleines Dankeschön und unter großem Beifall der Anwesenden ein Präsent als Erinnerung an die Referenten, die es geschafft hatten, zwei Tage lang anstrengende Inhalte in sympathischer und motivierender Weise zu vermitteln. In einer kurzen Ansprache fügte er an, dass der Grundgedanke des Do, des Weges, genau diese beiden Tage betrieben worden sei: gemeinsam sei man ein Stück des Weges gegangen und habe voneinander gelernt.

Wolfgang Wimmer gratulierte an dieser Stelle den DAN-Prüflingen vom vorangegangenen Freitag (Martina Haumüller und Zaradis zum jeweils 2. DAN Karate-Do, Michael Honikel zum 3. DAN Karate-Do und Robert Robinson zum 4. DAN Jiu-Jitsu). Im Anschluß überreichte er im Namen von Hanshi Tesshin Hamada (Vorstand der Internationalen Abteilung der Dai Nippon Butoku Kai) an Reinhard Brauhardt, Andreas Lorenz und Carmen Lauscher die Mitgliedsurkunde der DNBK. Wolfgang gab einen kurzen geschichtlichen Abriß über die DNBK und erklärte auch, welche Auszeichnung dies für einen Budoka bedeutet, dort aufgenommen zu werden.

Daneben ehrte Wolfgang noch Uwe Widmer für sein diesjähriges 30jähriges Budojubiläum und überreichte ihm, neben einer Urkunde, ein kleines Präsent.

Als Dank für die Ausrichtung des 1. Bundeslehrganges überreichte Wolfgang anschließend an Thomas Haumüller ein Buchgeschenk und in beschaulicher Biergartenrunde beendeten die Budoka dieses lehrreiche und harmonische Wochenende in Saal.


Text: Thomas Haumüller, SV Saal

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