2. Bundeslehrgang
des VaK e.V.
am 31.05./01.06.2003
in Saal a.d.D.






Am 31.5. und 1.6.03 fand in Saal der zweite Bundeslehrgang unseres VaK statt, zu dem wir 140 Gäste aus dem In- und Ausland begrüßen konnte. Thomas Haumüller als Ausrichter und Wolfgang Wimmer als Ehrenpräsident und 1. Vorstand des VaK e.V. begrüßten die angereisten Budoka herzlich zu diesem Ereignis und stellten die Referenten vor:

 

Kyoshi Patrick Dimayuga, 6.DAN Aikido, Shingitai-Ryu, aus Frankreich,
Renshi Karl-Heinz Lübcke, 6.DAN Iaido aus Hamburg,
Shihan Uwe Widmer, 5.DAN Kyokushinkai-Karate,
Peter Ruhnau, 5.DAN Jiu-Jitsu,
Dietmar Schmidt, 6.DAN Zendo-Ryu-Karate-Do,
Stephan Peitz, 4.DAN Shorin-Ji-Ryu Karate,
Jean-Pierre Artige, 2.DAN
Amedeo Pastore, 3.DAN Taekwondo,
Bernd Bichmann, 2.DAN Judo,
sowie Thomas und Wolfgang selbst.

Als besondere Ehre wurde Sensei Theodoor Korn aus Belgien begrüßt.

Der Lehrgang begann am Freitag mit 4 Dan-Prüfungen aus den Bereichen Karate, Kickboxen und zwei überprüfungen im Allkampf-Jitsu, welche alle positiv ausfielen.

Am Samstag morgen pünktlich um zehn Uhr teilten sich die Teilnehmer nach einer Karate-Aerobic Aufwärmphase unter der Leitung von Martina Haumüller, Karatelehrerin und Trainerin in Saal, in drei Leistungsgruppen um zeitgleich von jeweils drei Referenten in die jeweilige Budokunst eingeweiht zu werden.

 
  

Wolfgang Wimmer und Bernd Bichmann unterrichteten Judo, die sanfte Kunst, die aus dem japanischen Jiu-Jitsu entstanden ist, und zeigten den Teilnehmern je nach Leistungsgruppe Elementartechniken aus dieser harmonischen Kunst sowie bei den Fortgeschrittenen Opferwürfe, dann schwierigere und seltenere Techniken jenseits des Gokyo-Programmes und schließlich Übergänge in Haltetechniken. Peter Ruhnau unterrichtete derweil die Kunst Jiu-Jitsu, die japanische Selbstverteidigungskunst in souveräner Art und Weise.

Im Mittelteil der Halle führte Uwe Widmer in die Kunst des Kyokushinkai-Karate ein, ein für seine Härte bekanntes Karate-System von Mas Oyama, unter welchem Uwe Widmer dies auch in Japan gelehrt bekam. Er übte Angriffs- und Verteidigungsserien mit typischen Karatetechniken aus diesem Stil und gab in jeder Gruppe eine Einführung in die Formen dieser Karate-Richtung, was die Teilnehmer begeisterte, da alle Karateka aus unterschiedlichen Karatesystemen stammten. Immer wieder interessant zu sehen ist die außergewöhnlich komplexe Atmungstechnik und die damit verbundene Energiekonzentration, welche von den Kyokushinkai-Lehrern vorgeführt wurde.

 
 

Eine der nächsten drei Trainingseinheiten übernahm in einer Halle Amedeo Pastore, welcher mit vielen und schnellen Fußtechniken die übenden zum Schwitzen und zu einer nie geahnten Dynamik brachte. Mit Zielübungen an Handpratzen und Kissen und viel Lob wie auch Humor schaffte es Amedeo auch bei älteren Teilnehmern, dass diese nach kurzer Zeit (fast) treten konnten wie professionelle Taekwondoka.

Patrick Dimayuga, extra aus Frankreich mit seiner Frau Miryam, seiner Tochter Isabelle und Frank Sechaud angereist – 14 Stunden Fahrt!- lehrte mit Geduld die sehr harmonische, aber auch schwierige Kunst des Shingitai-Aikido, welches mit Spiral- und Zentrifugalbewegungen die Energie des Angreifenden gegen ihn selbst wendet, um ihm so die Nutzlosigkeit seiner Aggression zu vermitteln. Dabei ging Patrick mit seinem Uke Frank, Renshi, 5. DAN Aikido, immer wieder auf die realistische wie auch die im Aikijujutsu geübte Art und Weise der Techniken ein. Besonders eindrucksvoll vermittelte Patrick jeweils am Ende der Lehreinheiten mit einer kleinen Vorführung die Schnelligkeit und ästhetik des Aikido, was mit viel Beifall bedacht wurde.

 

Am Abend dieses schweißtreibenden Tages luden die Budoka des SV Saal in ihr Dojo zum thailändischen Abend ein, bei welchem die von der Anstrengung des Tages hungrigen Gäste diesen an einem Buffett stillen konnten und diese Gelegenheit auch nutzten um miteinander zu feiern – und dies bis knapp nach ein Uhr!

Am Sonntagmorgen erklärten Dietmar Schmidt, Begründer des Zendo-Ryu-Karate-Do, und Thomas Haumüller, 4.DAN Karate-Do, die verschiedenartige Ausführung der Techniken in ihren Stilen vom statischen zum flexiblen Karate.

 
 

In den nächsten Einheiten zeigte Jean-Pierre Artige die Kunst des Aikijitsu, dem Vorläufer des Aikido und demonstrierte alte Kriegstechniken in sehr eindrucksvoller Art.

Im Iaido, welches Renshi Karl-Heinz Lübcke unterrichtete, kommt es darauf an, beim Ziehen des Schwertes körperlich und geistig in Harmonie zu sein, um so dem Angreifer zuvor-zukommen. Diese sehr ruhige und auf den Ausführenden fixierte Kunst wird ohne Partner geübt, der Iaidoka steht im Mittelpunkt seines übens, er muss mit sich selbst in Einklang kommen. Sensei Lübcke verstand es mit seiner Truppe, übungsformen des Iaido den Kata voranzustellen, so dass den Trainierenden hier gute Hilfestellungen zur Korrektur gegeben werden konnten.

Stephan Peitz hatte Tai-Chi übernommen. Er demonstrierte aber nicht nur das offizielle Bild des Tai-Chi, sondern eben auch die Anwendung der Techniken am Partner, was den Teilnehmern die Daseinsberechtigung des Tai-Chi als Kampfkunst verdeutlichte.

Pünktlich um 13.30 Uhr beendete Thomas Haumüller den zweiten Bundeslehrgang des VaK und überreichte als kleines Dankeschön und unter großem Beifall der Anwesenden ein Präsent als Erinnerung an die Referenten, die es geschafft hatten, zwei Tage lang anstrengende Inhalte in sympathischer und motivierender Weise zu vermitteln. In einer kurzen Ansprache fügte Wolfgang Wimmer an, dass der Grundgedanke des Do, des Weges, genau diese beiden Tage umgesetzt worden sei: gemeinsam sei man ein Stück des Weges gegangen und habe voneinander gelernt.

Ein Höhepunkt zum Abschluss war die Erhöhung von Shihan Uwe Widmer zum 6.DAN Kyokushinkai-Karate und zum Renshi.

Wolfgang ging in seiner Laudatio auf den stets geradlinigen Weg von Uwe Widmer ein, der sich selbst im Dojo von Mas Oyama in Japan und bei herausragenden japanischen Meistern wie Sakugawa einen Namen gemacht hat.

Er bedankte sich beim Ausrichter mit einem Buchgeschenk und in beschaulicher Biergartenrunde beendeten die Budoka dieses lehrreiche und harmonische Wochenende in Saal.

Am Rande des Lehrganges informierte Uwe Fischer unsere anwesende Vorstandschaft von seinem Rücktritt als Landesrepräsentant für Nordrhein-Westfalen aus persönlichen Gründen. Dieses Amt bleibt derzeit unbesetzt.


Text: Thomas Haumüller, SV Saal



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