25. intern. Budoseminar der UKJJAI
&
4. Bundeslehrgang des VaK e.V.
am 04./05.06.2005
in Krefeld / Uerdingen






Wie im letzten Jahr, so wurde auch der diesjährige Bundeslehrgang von Rainer Wardin und Uwe Widmer, in Zusammenarbeit und tatkräftiger Unterstützung deren Schüler, in Krefeld / Uerdingen durchgeführt - unter Mithilfe des SC Bayer 05 Uerdingen e.V.

Dieses Jahr wurde der Bundeslehrgang zusammen mit dem 25. intern. Budoseminar der United Kingdom JuJitsu Association International abgehalten.

Für Hanshi Allan Tattersall war dieses das letzte von ihm durchgeführte internationale Budo Seminar. Sein Wunsch war es, dieses Seminar hier bei uns in Krefeld abzuhalten. Allen Teilnehmern und Referenten wird dieses Wochenende in Erinnerung bleiben.

 

Als Referenten standen zur Verfügung:

  • Shihan Allan Tattersall, Hanshi, Hachidan für Myo Shin Ryu Jujitsu (England)
  • Shihan Ken Tallack, Kyoshi, Shichidan für Karate-Do (Kanada)
  • Shihan Alan Ruddock, Kyoshi, Rokudan für Aikido (England)
  • Shihan Roger Payne, Kyoshi, Rokudan für Aikido (England)
  • Meister Richard Cotterill für Eskrima
  • Shihan Dr. Luciano Paterna, Kyoshi, Shichidan für Aikibudo (Italien)
  • Shihan Patrick Dimayuga, Kyoshi, Rokudan für Aikido (Frankreich)
  • Shihan Wolfgang Wimmer, Kyoshi, Rokudan für Iaido (alle nachfolgenden auch aus Deutschland)
  • Shihan Rudolf Gabert, Kyoshi, Shichidan für Ido
  • Shihan Uwe Widmer, Renshi, Rokudan für Kyokushin Karate
  • Shihan Reiner Brauhardt, Renshi, Rokudan für Aikido
  • Sensei Thomas Haumüller, Renshi, Yondan für Karate-Do (Shotokan)
  • Sensei Mike Brauer, Yondan und Sensei Jean-Pierre Artige, Sandan für Jiujitsu und Aikijitsu
  • Martin Mittermeier, Kyosah-Nim, 3. DAN Taekwondo
  • Sihing Jörg Schlangen für Avci WT

Die Teilnehmer mit der weitesten Anreise waren Kevin Walsh mit seiner Frau Leanne und Schülern, die keine Mühen gescheut hatten, aus Australien zum Lehrgang zu kommen!

Organisatorisch lief alles ab, "wie am Schnürchen" - ein dickes Lob an die Organisatoren vor Ort! Wunderbare Sportanlage - gute, zentrale und verkehrsgünstige Lage - hilfsbereite "kleine Helfer" - interessierte Teilnehmer - mitteilsame und offene Referenten - einfach rundum beste Voraussetzungen für ein wundervolles Wochenende.

Referenten wie Teilnehmer nahmen große Entbehrungen und Anstrengungen auf sich, um hier bei diesem Bundeslehrgang anwesend zu sein, so daß es am Ende hieß "Toll daß ich dabei sein durfte" Und hier trennte sich die Spreu vom Weizen, nämlich zu denen, die an einer aktiven Mitarbeit interessiert sind!

  

Freitag abends traf man sich im "kleinen Kreis" zu einem ersten "Warm up" - dem Kennenlernen. Jedoch mußten einige der Teilnehmer diesen Abend früher beenden, als sie eigentlich wollten - mußten sie doch am Samstag morgen um 08.30 h bereits bei der ersten von zwei Dojoleiter-Besprechungen sein. Hier gab uns unser 1. Vorstand einen kleinen Überblick über das zurückliegende und laufende Jahr. Zuerst jedoch stellte sich die anwesende Vorstandschaft und anschließend jeder Dojoleiter den Anwesenden vor, da es aufgrund der nunmehrigen Größe unseres Verbandes noch nicht dazu kam, daß alle Dojoleiter sich gegenseitig kennen lernten.

Im Anschluß legte Wolfgang Wimmer die Wichtigkeit der Bundeslehrgänge im Allgemeine und dieses Bundeslehrganges im Besonderen dar! Da jährlich nur ein Bundeslehrgang durchgeführt wird, der Termin hierfür auch sehr frühzeitig bekannt gegeben wird, dürfte es keinen Anlaß geben, aus Termingründen nicht anwesend zu sein!

"Es sollte innere Verpflichtung eines jeden sein hier anwesend zu sein, da hier Verbandsarbeit praktisch gezeigt wird und jeder aktiv daran mitarbeiten kann. Jeder sollte Stolz darauf sein, im VaK Mitglied zu sein! Jedes einzelne Mitglied repräsentiert nach außen hin unseren Verband, wie auch jeder Dojoleiter gegenüber seinen Dojomitgliedern den Verband vertritt und dafür einsteht. Dieser Verantwortung soll sich jeder bewusst sein. Seitens der Vorstandschaft und meiner Person selbst sichere ich Euch allen und jedem einzelnen Mitglied meine vollste Unterstützung hierzu zu. Was getan werden kann, wird getan werden! Wir reden nicht drüber, wir packen es an – jeder einzelne von uns!" - so Wolfgang in seiner Ansprache

Daneben wurden diverse "interne" Vorgänge aus Gründen der Transparenz in diesem Rahmen besprochen. Auch wurden Belange besprochen bezüglich

  • Hatamoto-Orden
  • Ziele jedes Dojoleiters für sich und sein Dojo
  • Erwartungen an diesen Bundeslehrgang
  • VaK und DNBK
  • Veröffentlichung der Lehrgänge auf der Verbandswebsite
  • Jahresmitgliedsgebühren und Abrechnung dieser

 

Nachdem dieses erste Treffen beendet wurde traf man sich zur Eröffnung dieses Seminares im Dojo des SC Bayer 05 - und was für eine Eröffnung!

Während Renshi Uwe Widmer die Taiko schlug wurden die Referenten einzeln, von Schülern der Karate-Gruppen des SC Bayer 05 und Wakido begleitet, zum Shomen geführt und vorgestellt. Nach begrüßenden und eröffnenden Worten von Hanshi Allan Tattersall (Präsident der UKJJAI) und Kyoshi Wolfgang Wimmer (Ehrenpräsident & 1. Vorstand VaK e.V.), erklärte Sensei Rainer Wardin den Ablauf dieses Seminares, teilte die Matten zu und gab den "Startschuß"

Trainiert wurde in den einzelnen Bereich und den unterschiedlichen Budokünsten. Eifrig gingen sowohl Referenten als auch Teilnehmer zu Werke, jedoch hinterließ das intensive Üben und ebenso die Stunden Spuren bei jedem einzelnen, so daß alle erschöpft aber zufrieden sich am Ende des ersten Tages um 17.30 h zum Duschen begaben!

Eine besondere Ehre wurde während des Seminares einigen Schülern des SC Bayer 05 und Wakido Krefeld zuteil. Kyoshi Ken Tallack hat während des Seminars mit einigen Karatekas ein Sondertraining absolviert. Alle waren alle begeistert und danken dafür, dieses erlebt zu haben.

Trainiert wurde in den einzelnen Bereich und den unterschiedlichen Budokünsten, jeder Teilnehmer versuchte sich auch an fremden Kampfküsten.

Patrick Dimayuga und Reiner Brauhardt, beide für sich herausragende und international bekannte Aikidoka, leiteten gemeinsam die Trainingseinheiten für Aikido und legten dabei größten Wert auf die Kontrolle des Angreifers in jedem Bewegungsabschnitt. Auch für erfahrene Aikidoleute waren diese Stunden eine Bereicherung und eine Anregung für das üben im eigenen Dojo.

Alan Ruddock demonstrierte Aikido gegen mehrere Angreifer, hier wurden manche Aikidoskeptiker von der Wirksamkeit und Effektivität der harmonisch aussehenden Techniken überrascht. Die Geduld, mit der Ruddock Kyoshi lehrte, beeindruckte sehr.

Allan Tattersall, Hanshi, den VaK-Leuten aus vielen Lehrgängen in Deutschland bekannt, überzeugte mit seinen einfachen und direkten Verteidigungstechniken, Schnörkel werden bei ihm nicht gelehrt, sondern die direkte, aber angemessene Reaktion machen seinen Stil Myo Shin Ryu Jujiutsu aus.

Kyoshi Roger Payne ließ typische Undo-Bewegungen üben, auch er legte Wert auf das Gleichgewichtbrechen, nicht Kraft gegen Kraft sollte eingesetzt werden, sondern der Gegner durch einfache Bewegungen zum Stoppen gebracht werden.

Härter ging es bei Mike Brauer und Jean Pierre Artige, beide Sensei in Aikijitsu und Jiu-Jiutsu, zu. Auch der Einsatz von Waffen wurde hier gelehrt, schnelle Bewegungen, harte Schläge brachten den Angreifer zu Fall und hier wurde er festgelegt.

Rudi Gabert, Kyoshi für Ido und Jiu-jitsu, führte in die Welt des Ido ein, einer von Julius Fleck entwickelten Kampfkunst mit neuen Wurfideen mit schön klingenden Namen wie „den Damm brechen“ oder „die Arkaden“. Dabei geht es aber um die Entwicklung von Harmonie mit dem Partner.

Aus Italien angereist wurden von Shihan Dr. Luciano Paterna, Kyoshi, die Prinzipien des Aikibudo, begründet von Floquet, dargelegt, eine Mischung aus traditionellen Daito-Ryu-Techniken und moderneren Elementen des Aikido. Die Vielfalt der vorgestellten Abwehren begeisterte die Anwesenden, hatten doch bisher die wenigsten Gelegenheit, dieses System persönlich zu erfahren.

Ähnlich erging es den Teilnehmern mit den drei nicht-japanischen Kampfkünsten: Taekwondo wurde mit großer Begeisterung und einfachen, aber schweißtreibenden, Übungen von Martin Mittermeier vorgestellt, selbst nicht mehr so gelenkige Budoka trauten sich unter solch fachmännischer Anleitung auch einmal höher zu kicken und waren dann von sich selbst überrascht und zu Recht begeistert.

Jörg Schlangen demonstrierte mit seinen Partnern die Effektivität des AVCI Wing Tsun, einem chinesischen System, und die übenden genossen den Einblick in die den meisten fremde Kampfkunst.

Auch Eskrima, von Richard Cotterill gelehrt, brachte neue Einsichten in die Verteidigung mit oder gegen einen Stock, selbst Hanbo-Experten entdeckten viel Neues und nehmen so einen Trainingsanreiz mit nach Hause.

Wolfgang Wimmer, Kyoshi und DNBK-Koordinator sowie Mitbegründer des VaK, schloss sich den Waffenkünsten an und unterrichtete Iaido. Auch hier konnten Anfänger und Fortgeschrittene wie auch Meister viel Neues erfahren, manche Neu-Iaidoka scheinen sogar „Blut geleckt“ zu haben und üben mit wachsender Begeisterung die Königsdisziplin der japanischen Kampfkünste.

Die harte Kampfkunst wurde präsentiert von Thomas Haumüller, Renshi Shotokan, welcher über die Lehre der Kata (Bunkai) die Selbstverteidigungsschwerpunkte dieses Stils näherbrachte. Auch Uwe Widmer, Renshi, Kyokushin, lehrte diesen Schwerpunkt, verstärkt durch die dem Kyokushin eigene starke Atmung. Der Referent mit der weitesten Anreise war Kyoshi Ken Tallack aus Kanada. Er unterrichtete Okinawa-Karate, hatte selbst viele Jahre auf der japanischen Insel verbracht und genießt weltweit höchste Autorität. Mit einfachen übungen erklärte er die Ibuki-Atmung des Goju-Ryu, ließ diese dann üben. Selbst für Karateka mit großer Erfahrung erlaubten diese Stunden neue Sichtweisen und brachten neue Anregungen.


  

Das Dinner startete um 19.00 h. Aber nicht alle hatten bis dahin "Frei"! Von 18.15 - 19.15 h fand unter Leitung des off. Koordinators der DNBK in Deutschland ein Treffen der deutschen DNBK Mitglieder statt. Eingeladen hier waren auch Personen, die Infos bzgl. der DNBK wollten bzw. sich hierfür Interessierten.

Wolfgang Wimmer zeigte in dieser Stunde einen Kurzabriß der letztjährigen Butoku Sai in Norfolk / Virginia und gab hier auch Inhalte der Besprechungen mit Hanshi Hamada, dem Vorstand der Intern. Abteilung der DNBK, bekannt.

Aufgeheitert wurde diese Besprechung durch ein paar "Insider" Geschichten der ebenfalls in Norfolk mit anwesenden Renshi Uwe Widmer, Renshi Thomas Haumüller und Sensei Rainer Wardin

Pünktlich zum Dinner konnte diese Besprechung beendet werden. Zahlreich trafen hier die Teilnehmer in Anzug und Krawatte bzw. Damen in entsprechender Bekleidung, ein. Formell und traditionell wie auch das Seminar und die Besprechungen abgehalten wurden, wurde auch von Rainer Wardin das Buffet eröffnet - zur Freude von Hanshi Tattersall, sowie den anwesenden Kyoshi`s und Renshi`s!

 

Der Abend ging noch bis spät in die Nacht und es wurden viele alte Freundschaften geknüpft und neue hergestellt - eine große Familie!

Am Sonntag startete der Tag, für einige zu früh, mit der zweiten Dojoleiterbesprechung um 08.30 h! Wolfgang fragte hier die Zufriedenheit der Teilnehmer ab und die Eindrücke aller. Weiterhin bat er um Verbesserungsvorschläge um auch in Zukunft das hohe Niveau beibehalten zu können. Zu Sensei Rainer Wardin und Renshi Uwe Widmer erklärte Wolfgang, daß diese die "Meßlatte" für zukünftige Bundeslehrgänge sehr hoch gelegt hatten und dem Organisator des nächsten Bundeslehrganges keine leichte Aufgabe hinterlassen würden - zumal beide erklärten, nach Durchführung von nun -2- Bundeslehrgängen, daß nun jemand anderes sich hier betätigen könne!

Im Anschluß traf man sich wieder im Dojo und um 10.00 h wurde der 2. Lehrgangstag eröffnet - wieder mit einer breiten Bandpalette im Bereich des Budo!
 

Am Ende des Lehrganges, dieser sicherlich wieder das Highlight im diesjährigen VaK-Lehrgangskalender, danke Kyoshi Wimmer allen Teilnehmern und Referenten für deren Kommen. Letzteren für deren Bereitschaft, als Referenten sich zur Verfügung zu stellen. Hierzu wurden den Referenten Geschenke in Form einer Statue "Samurai mit Schwert und Rüstung" überreicht.

Hanshi Tattersall erhielt daneben je eine Figur eines Schwertkämpfers von Renshi Widmer und Sensei Wardin, sowie ein persönliches Geschenk von Kyoshi Wolfgang Wimmer - auch als Dank für die lange Freundschaft und stetige Hilfe!

Und ebenso wie er begonnen hatte, wurde dieser Lehrgang beendet - mit TAIKO!


Ein herzliches DANKESCHÖN AN DIE ORGANISATOREN UND DEREN "KLEINE" HELFER!

Wo trifft man sich eigentlich im Jahr 2006? Am Montag morgen um 02.00 h hatte Wolfgang einen seiner "Tollen" Einfälle - warum eigentlich nicht in Meitingen selbst, dem Sitz des VaK e.V.? Und so, wie man ihn kennt, hat er wenige Stunden danach auch schon damit begonnen dieses Event zu planen und schart auch schon seine Helfer um sich, auf das dieses auch herausragend sein wird!


Text & Bilder:
Rainer Wardin
Wolfgang Wimmer



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